Brief zum Abschied

Aufbau der Gemeinschaftsschule - ein Erfolgsgeschichte!

Liebe Schülerinnen und Schüler, 

liebe Kolleginnen und Kollegen sowie 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

liebe Eltern,

sehr geehrte Damen und Herren,

 

Ende Juli 2020 verabschiede ich mich nach 42 Jahren Schuldienst in den (Un-) Ruhestand. Ein neuer Lebensabschnitt wartet auf mich. 

Etwa zwei Drittel meiner Dienstzeit war ich als Schulleiterin tätig, davon die letzten sieben Jahre in Bad Buchau. Mein Berufsleben als Lehrerin, Schulleiterin und Fortbildnerin von Lehrkräften und Schulleitern war für mich eine schöne, spannende Zeit, für die ich mit all ihren Herausforderungen sehr dankbar bin. 

Der nebenstehende „Sonnenfänger“ ist eine Bronzeskulptur des Künstlers Gerold Jäggle. Zusammen mit ihr habe ich 2013 das Rektorat bezogen. Gerne habe ich diese in meinen Abschiedsbrief aufgenommen, zumal sich der Künstler durch prähistorische Sonnenfänger des Federseemuseums zu dieser modernen „Solar-Plastik“ anregen ließ. Sie ist eine Metapher für das Sammeln und Verwandeln von Energien, die vieles hervorbringen. In meinem Tätigkeitsfeld steht der Sonnenfänger für das fruchtbare Wirken, um das persönliche Potenzial des Einzelnen und seine vielfältigen Talente wachsen zu lassen. Im Dienst dieser Entfaltung war mir das Entwickeln und Gestalten von Schule stets Berufung und Freude.

 

Die Federseeschule startete 2013 als eine im Verbund mit der Grundschule geführte Gemeinschaftsschule. Um diese aufzubauen galt es viele Energien zu mobilisieren. Die steigende Akzeptanz der Schule zeigte sich bald in kontinuierlich wachsenden Schülerzahlen. Aus 330 Schülerinnen und Schüler im Jahr 2013 wurden 470 im Jahr 2020. Ca. 40 Erstklässler und 53 Schüler/-innen, die die Lerngruppen 5 besuchen werden, sind für das kommende Schuljahr angemeldet und führen zu weiterhin steigenden Schülerzahlen.

 

Bereits 2014 schien es uns unerlässlich, die Grundschule als offene Ganztagsschule zu etablieren, womit ein zusätzliches attraktives Bildungsangebot geschaffen wurde, das in den darauffolgenden Jahren von immer mehr Eltern für ihre Kinder erfolgreich genutzt wurde. 

 

Durch diese Entwicklungen entstand ein erweiterter Raumbedarf: Zu sehen ist heute ein neuer lichtdurchfluteter Erweiterungsbau mit Räumen für die Gemeinschaftsschule sowie eine Mensa, die im Schichtbetrieb geführt wird. Auch die Sanierung und Ausstattung des bestehenden Schulgebäudes und der Turnhalle ließen sich fortführen. Auf dem Schulgelände für Primar- und Sekundarstufe wuchsen in mehreren Schritten bewegungsfördernde, attraktive Aufenthalts- und Spielbereiche mit Spielgerätehaus, Outdoor-Schachfeld, Bänken, Bepflanzungen und neuen Spielgeräten. 

 

Schwerpunkt der schulischen Entwicklung war jedoch die Einführung einer Lernkultur, in der das Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen und Befähigungen im Mittelpunkt steht, geprägt durch einen wertschätzenden Umgang. Hinzu kam in der Sekundarstufe das Lernen auf drei Niveaustufen, die Einführung neuer Fächer wie Französisch, Spanisch, NWT oder das Profilfach Sport sowie des ergänzenden Profils, verbunden mit vielfältigen Clubs, darunter Theater und bilingualer Unterricht. Wichtige Stichworte in diesem Zusammenhang sind auch das Konzept einer „Gesunden Schule“, die Einführung der Kinder-Uni, des Robotik-Unterrichts, einer praxisnahen Berufsorientierung sowie die Nutzung der digitalen Lernplattform DiLer, die in den momentanen Zeiten der Corona-Pandemie zum überaus wichtigen Informations- und Kommunikationskanal zwischen den Lernenden, Lehrenden und Eltern wurde. 

 

Unter dem Aspekt „Eine starke Schule braucht starke Partner“ gelang es, ein sehr geschätztes Netzwerk aufzubauen, das Lehren und Lernen unterstützt. Bestehende Partnerschaften wurden fortgeführt und neue vertraglich besiegelt. Gepflegt wird die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen, darunter die Grundschulen der Region, die Partner-Gymnasien und beruflichen Schulen, sowie den Universitäten in Tübingen, Karlsruhe und Gießen. Als Kooperationsschule des Amitié-Clubs besuchen wir regelmäßig die Ausbildungsmesse Alleshausen; die Kooperation mit Unternehmen als Bildungspartner wurde ausgeweitet. Zu nennen ist die Zusammenarbeit mit unserem Schulförderverein sowie anderen Vereinen, Dienstleistungsunternehmen und Institutionen wie dem Federseemuseum und dem Haus Nazareth. Gepflegt werden fruchtbare Kontakte und Begegnungen mit der französischen Partnergemeinde Bad Buchaus, Le Lion-D’Angers, und mit vielen anderen Partnern, die ich leider hier aufgrund deren Fülle an dieser Stelle nicht ansprechen kann. 

 

Ich selbst bin davon überzeugt: Jedes Kind hat seine individuellen Stärken und Begabungen. Daher richtet sich der Fokus nicht zuletzt auf ein Coaching, das diese Potenziale stützt und fördert. Eine begabungsfreundliche Schule, in der die Befähigungen und Talente der Kinder gesehen und angemessen gefördert werden, wurde sukzessive ins Zentrum des pädagogischen Wirkens gerückt. Die Teilnahme am Pilotprojekt der Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“ (LEMAS), für das unsere Schule als eine von vier baden-württembergischen Gemeinschaftsschulen auserwählt wurde unterstützt und bereichert diese Arbeit.

 

Um die Lust an der Leistung zu fördern, würdigen wir diese alljährlich mit Auszeichnungen für Könner und Lernprofis und motivieren die Kinder und Jugendlichen an schulinternen sowie öffentlichen Wettbewerben (z.B. bei Heureka-, Mathematik-, Vorlese-, Europa-, Kunstwettbewerben oder beim Federseelauf) teilzunehmen. Auch die Leistungen der Schule als Ganzes wurden in den letzten Jahren immer wieder gewürdigt (z.B. Sechs Sterne für Schulen, BoriS-Berufswahlsiegel, Bruno-Frey-Kulturpreis).

 

Wie der Sonnenfänger mit seiner glänzenden Schale einen langen Rosentrieb zum Vorschein bringt – so ist es uns in den Aufbaujahren der Gemeinschaftsschule gelungen, mit der gemeinsam eingebrachten Energie, Strukturen zu schaffen, in denen die Stärken, Begabungen und Talente unserer Schülerinnen und Schüler immer wieder neu zur Entfaltung gebracht werden können. Eine Erfolgsgeschichte, die nur durch eine systematische Entwicklung der Schule und das Engagement vieler Mitwirkender möglich war. Eine überaus beachtliche Gemeinschaftsleistung, für die ich allen Beteiligten überaus dankbar bin!

 

Dank sage ich insbesondere für das Vertrauen und das große Engagement des Lehrerkollegiums, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie insbesondere dem gesamten Leitungsteam mit meinem Stellvertreter Martin Peitzer. Mein Dank gilt den Schülerinnen und Schülern, die mich so oft durch ihr Können und ihre Anstrengungs- und Einsatzbereitschaft - nicht zuletzt auch im sozialen Bereich - begeistert haben. Ich danke den Eltern und den Erziehungsberechtigten, unserem Elternbeirat mit seinem Elternbeiratsvorsitzenden Tobias Warth, der Schulverwaltung, den Schuldekanaten, den Schulträgern sowie den Verantwortlichen des gesamten Netzwerks, mit denen wir in den letzten Jahren gut und konstruktiv zusammenarbeiten durften. Nicht zuletzt auch herzlichen Dank allen Freunden und Gönnern der Schule sowie meinen persönlichen Wegbegleitern.

Das Lehrerkollegium plant von seiner Seite meine Verabschiedung im neuen Schuljahr. Wir werden sehen, was bis dahin die Corona-Pandemie zulassen wird. Schon jetzt an dieser Stelle für diesen Einsatz ein herzliches Vergelt`s Gott. 

Meinem Nachfolger Oliver Paul wünsche ich bei der Leitung der Schule eine glückliche Hand.

 

Mit den allerbesten Grüßen und Wünschen für eine gute, gesunde und erfolgreiche Zukunft

 

Elisabeth Sontheimer-Leonhardt

 

2020 Juli - Brief zum Abschied
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Auf dem Bahndamm 3

88422 Bad Buchau

 

Schulleitung:

Oliver Paul

Gemeinschaftsschulrektor

 

Sekretariat:

Tel:  07582 / 93 29 0

Fax: 07582 / 93 29 22

sekretariat(at)federseeschule.de

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