„Ein wichtiges Kapitel der Stadtgeschichte“

Schüler stellen selbstgebautes Modell der Buchauer Synagoge vor

Die elf Schüler aus der Natur- und Technikgruppe präsentieren ihr Modell der Buchauer Synagoge. (Bild:Alexander Tremp)
Die elf Schüler aus der Natur- und Technikgruppe präsentieren ihr Modell der Buchauer Synagoge. (Bild:Alexander Tremp)

Elf Schüler der Federseeschule in Bad Buchau haben anlässlich der Ausstellung „175 Jahre Synagoge“ das einstige jüdische Gotteshaus nachgebaut. Das Modell wird vom 22. September an bis Ende Oktober in der Kreissparkasse zu besichtigen sein. Es entstand auf Anfrage von Charlotte Mayenberger, die in Bad Buchau einen jüdischen Gedenkraum unterhält.

 

Bereits vor den Osterferien begannen die Planungen zu dem Projekt. Nach den Ferien fingen die Schüler der Natur- und Technikgruppe unter der Leitung von Martin Badent mit dem Bauen an. Aufgeteilt in mehrere Gruppen waren sie für verschiedene Teile zuständig. Badent, der von Mayenberger Pläne des Gebäudes erhalten hatte, scannte die Maße ein. Die Schüler zeichneten diese ab und frästen die Teile zurecht. Danach wurden sie zusammengeklebt und bemalt. Mayenberger war besonders von der „Liebe zum Detail“ begeistert, mit der die Schüler jeden Bestandteil der Synagoge genaustens nachbauten. So sind beispielsweise die Fenster aufwendig gefräst und Inschriften erkennbar. Das Dach haben die Schüler mit künstlichen Alterungsspuren versehen. Für den Betrachter erscheint es so, als sei es durch den Regen schon ein wenig verwaschen. „Wir entschieden uns für den Maßstab 1:35, da wir damit ein relativ kleines Modell bauen konnten, das allerdings immer noch groß genug ist, um Details erkennbar zu machen“, so Badent.

 

Die Bad Buchauer Synagoge war nach der Emanzipation im Jahre 1828 erbaut worden. Damals waren Juden und Christen rechtlich gleichgestellt worden. Neu war ein Glockenturm und eine Inschrift auf der Vorderseite mit dem Wort „Gott“, das im Jüdischen normalerweise nicht geschrieben wird. Dadurch sollte die Gleichstellung und Annäherung zur katholischen Kirche symbolisiert werden. Der Anteil der jüdischen Bevölkerung betrug in Buchau etwa ein Drittel. Im Zuge der Reichspogromnacht wurde die Synagoge 1938 von den Nationalsozialisten zerstört.

 

 

Als „wichtiges Kapitel der Stadtgeschichte“ bezeichnete Martin Badent den Werdegang der jüdischen Gemeinde. Die Schüler hätten sich nicht nur mit der technischen Umsetzung ihres Projekts, sondern auch mit dem geschichtlichen Hintergrund beschäftigt. „ Sie waren von Anfang an motiviert dabei,“ freut sich Badent. Auch bei Kollegen und anderen Schülern seinen positive Rückmeldungen gekommen.

 

Charlotte Mayenber freut sich über das große Interesse und dass die Schule die Geschichte der jüdischen Gemeinde in den Unterricht aufgenommen habe. Im Rahmen einer themenübergreifenden Projektprüfung haben sich zudem drei Schülerinnen mit der jüdischen Gemeinde beschäftigt: „Seit unserem Projekt gehen wir mit anderen Augen durch unsere Stadt, da wir zu den alten Gebäuden jetzt einen Bezug haben.“

(Quelle: Schwäbische Zeitung, A. Tremp, 30.07.2014)

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