Mit den Ohren „sehen“

Kinderuni an der Federseeschule startet ins Wintersemester

Interessiert scharten sich Kinder um Dr. Annette Denzinger, die die Fledermaus namens Owen bereits vor der Vorlesung vorstellte.
Interessiert scharten sich Kinder um Dr. Annette Denzinger, die die Fledermaus namens Owen bereits vor der Vorlesung vorstellte.

Die ersten Reihen waren die begehrtesten bei den etwa 100 Kindern, die Rektorin Elisabeth Sontheimer-Leonhardt zur ersten Vorlesung im laufenden Wintersemester bei der Kinderuni begrüßte. Möglichst nahe wollten sie am Geschehen sein, denn bereits vor der Vorlesung konnten sie Bekanntschaft mit Owen, eine der beiden Fledermäuse machen, die im Mittelpunkt der Vorlesung standen und zu den Stars der Kinder avancierten.

 

„Owen gehört zu den Großen Mausohren, die auch im Federseegebiet heimisch sind“, erklärte die Biologin Dr. Annette Denzinger, die zusammen mit dem emeritierten Zoologie-Professor Hans Ullrich Schnitzler aus Tübingen angereist war. Owen wiege etwa 30 Gramm, das sei so viel wie 15 Gummibärchen und gehöre zu der größten Fledermausart, die man bei uns findet. Eine Zwergfledermaus wiege hingegen nur so viel wie 2 Gummibärchen, erklärte die Biologin.

 

Damit man von Owen und seiner faszinierenden Anatomie möglichst viel betrachten konnte, wurde sein Bild mit Hilfe einer Videokamera an die Wand projiziert. Seine Finger mit den Flughäuten, die stabil wie ein Gefrierbeutel sind, konnten so gut beschrieben und sichtbar gemacht werden.

 

Fledermäuse sind Säugetiere

Annette Denzinger blendete Fotos von Fledermausbabys an den Zitzen ihrer Mutter ein und erklärte, „nur vier bis sechs Wochen brauchen die Babies, um erwachsen zu werden und selbst auf Beutefang gehen zu können“. Für die Fledermaus sei der Tag die Nacht und jede Nacht verzehre sie eine riesige Anzahl Insekten. Die Menge erbeuteter Nahrung entspreche einem Drittel bis zur Hälfte ihres Köpergewichts. „Dies wäre so, wie wenn ein Kind der 4. Klasse täglich etwa 18 Laibe Brot verzehren würde“, so Denzinger.

 

Lange rätselten die Forscher über die Frage, wie es der Fledermaus gelingt, in stockfinsterer Nacht im rasanten Flug nicht gegen den nächsten Ast zu knallen. Prof. Dr. Schnitzler, der sich seit vielen Jahren schwerpunktmäßig mit der akustischen Kommunikation von Säugetieren befasst, beeindruckte die Kinder damit, dass er die Laute von Owen durch einen Ultraschalldetektor sowohl hörbar, als auch in bunten Grafiken sichtbar machte.

 

Ein gemeinsames Experiment zeigte des Weiteren, dass das menschliche Ohr normalerweise keinen Piepser einer Fledermaus wahrnehmen kann, wobei Kinder deutlich höhere Töne hören als ältere Leute. Bei Fledermäusen müssen aber auch die jüngsten Kinder passen. „So verhält es sich mit den Ultraschalllauten, die die Fledermaus ausstößt“, erklärte Schnitzler und warf einen Tennisball gegen die Wand, den er sogleich wieder auffing. Der Ball stehe für den Laut, den die Fledermaus ausstößt; er wird vom Hindernis zurückgeworfen und als Echo wieder mit den Ohren aufgenommen. Das Echo verrät der Fledermaus, wo Hindernisse sind und wo sich Beute befindet.

 

„Ihre Ohren können aber noch mehr“, verrät Schnitzler. Sie helfen nicht nur beim Orten, sondern hören die Beute selbst. Insofern können die Fledermäuse das, was Tagtieren mit den Augen wahrnehmen, mit ihren Ohren „sehen“.

Quelle: Schwäbische Zeitung, 10.10.2014

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