Kinder-Uni: Fische sehen Rot

Meeresbiologe begeistert Kinder der Federseeschule

Foto: Professor Nico Michiels in Tauchermalse mit einem Filter, der alles Licht außer rotem zurückhält.
Foto: Professor Nico Michiels in Tauchermalse mit einem Filter, der alles Licht außer rotem zurückhält.

Bad Buchau. Fast 80 Kinder standen Schlange, ließen sich ihren Kinder-Uni-Ausweis von Lehrkräften abstempeln und drängten in den “Vorlesungs-saal“. Rektorin Elisabeth Sontheimer-Leonhardt stellt Nico Michiels als Professor der Universität Tübingen und Unterwasserbiologe vor. „Was sehen Fische, was wir nicht sehen?“ Michiels hatte bereits das Thema seiner Vorlesung groß an der Projektionswand eingeblendet. Und schon „taucht“ er mit den Kindern in die Meerestiefe. „Wenn man abtaucht, verändern sich die Farben und alles sieht für uns grün-bläulich aus,“ demonstriert er in einem ersten Experiment eindrucksvoll. Ein gut vorbereiteter kleiner „Student“ weiß, dass dies bereits ab sieben Meter Tiefe der Fall ist. Michiels zerlegte in einem Experiment weißes Licht in seine verschiedenen Spektralfarben. Mit Schwarzlicht und mit blauem oder grünem Licht zeigt er anschließend den höchst interessierten Kindern, wie verschiedene Gegenstände wie Textmarker oder Plastiklöffelchen aus der Eisdiele zu fluoreszieren beginnen. Ähnlich verhält es sich auch im Meer und das auffällige Leuchten schützt die Meeresbewohner sogar, denn diese sind, wenn sie bunt fluoreszieren im bunten Korallenriff gut getarnt. Beeindruckende Foto- und Filmprojektionen verdeutlichen dies. Bei vielen Fischen gibt es etwas, was schimmert und schillert, vor allem an den Augen. „Augenleuchten ist aber nicht nur bei Fischen bekannt, sondern auch bei Tieren, die vor allem nachts aktiv sind, wie Katzen, Eulen, Hasen und Krokodile“. Sogar beim Menschen können beim Fotografieren „rote Augen“ auftreten.

 

„Wie funktioniert Augenleuchten?“ Michiels leitete zu einem weiteren spannenden Experiment über. Er verteilte im abgedunkelten Raum Taschenlampen und leitete die Kinder an, diese direkt neben das eigene Auge zu halten - fast so als ob das Auge das Licht aussenden würde.  Im Raum hatte er zuvor verschiedene fluoreszierende Gegenstände versteckt, die es so zu entdecken galt.

 

„Hier sehr ihr uns in Korsika beim Tauchen“, knüpfte er an das Experiment an. „Ab geht`s ins 12 Grad kalte Wasser - und dann Tschüss.“ Nico Michiels berichtete, wie er hier im Meer mit seinem Forschungsteam und später auch im Labor in Tübingen eine Fischart, den Spitzkopfschleimfisch, erforschte, die mit ihren Augen – so ähnlich wie im Taschenlampen-Experiment – Beutetiere in ihrer Umgebung zum Leuchten bringen kann. „Dies kann nur, wer das rote Licht mit seinen Augen aussendet." "Spitzkopfschleimfische können abwechselnd rotes und blauweißes Licht aussenden", erklärt Michiels. "Und das Licht geht dahin zurück, wo es hergekommen ist. Ein anderer sieht es nicht.“

 

Viele interessierte Kinderfragen folgten bei der anschließenden Fragerunde über die Welt des Sehens unter Wasser, darunter auch welche, die zeigten, dass Professor Michiels die kleinen „Studenten“ auch als Person und Forscher besonders angesprochen hat: „Wie oft sind sie schon getaucht?“ „Wo sind Sie getaucht?“ „Wie tief sind Sie dabei heruntergekommen?“ Michiels berichtet, dass er in den letzten 20 Jahren sicherlich schon 100 Mal getaucht sei. Seine Reiseziele waren dabei neben Korsika beispielsweise auch Ägypten. Bis zu 42 Metern in die Tiefe sei er dabei gekommen und sein Forschungsgebiet findet er nach wie vor sehr spannend.“ Bis zum Schluss hielt Nico Michiels seine Zuhörerschaft in Atem und endete schließlich mit einem kurzen Film über einen seiner Tauchtrips mit einem etwa 3 Meter großen Ammenhai.

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