Kinder-Uni: Vögel als wahre Gedächtniskünstler

Professor Andreas Nieder erklärt, warum Krähen Memory spielen können

Bad Buchau. Gut siebzig Kinder fanden sich in die Aula der Federseeschule ein, wo Lehrkräfte die Kinder-Uni-Ausweise abstempelten. Viel Applaus gab es zu Beginn für fleißige Kinder-Uni-Besucher, die aus der Hand von Rektorin Elisabeth Sontheimer-Leonhardt den „Federsee-Bachelor“ erhielten.

 

„Als Sympathisant der Krähen habe ich mich heute ganz schwarz angezogen“, stellte sich Professor Andreas Nieder von der Universität Tübingen vor. Als Tierphysiologe erforscht er wie der Organismus der Tiere funktioniert. „Krähen sind für uns wichtige Forschungstiere. Sie gehören wie der Kolkrabe oder die Elstern zu den Rabenvögeln- und sie sind ziemlich klug, obwohl sie nur ein ganz kleines Gehirn haben“, begann Professor Nieder seinen Vortrag. „Und das hier ist die Krähe Buddy“, stellte er eine seiner Krähen auf einem Filmausschnitt vor.

In seinem Forschungslabor brachten Nieder und seine Mitarbeiter der Krähe Buddy bei, sich Motive von Memory-Karten zu merken. Buddy sieht zum Beispiel einen Papageien auf einem berührungsempfindlichen Bildschirm. Wenn dann nach einer kurzen Pause auf dem Bildschirm vier verschiedene Motive zu sehen sind, muss Buddy auf das richtige Bild, den Papageien, picken und das tut er auch. Buddy kann sich also hervorragend Bilder merken.

Wie schaffen die Krähen das? Die Vögel besitzen kein Großhirn wie der Mensch und ihr Gehirn ist auch anders aufgebaut. Doch wie beim Menschen sind bestimmte Nervenzellen für das Bild-Erkennen zuständig. Diese werden aktiv: Es sind winzig kleine Stromstöße, die in einem Wirrwarr von Nervenfasern durchs Hirn sausen und die Botschaften von Zelle zu Zelle austauschen. Nieder konnte die Stromstöße hörbar machen. Er führte den Kindern vor, dass sich die Botschaften, die die Nervenzellen im Hirn austauschen, wie Morse-Code anhören. Wird eine Nervenzelle aktiv, weil die Krähe ein bestimmtes Licht sieht, knattert es schnell und laut. Sieht die Krähe dagegen ein Bild, für das sie nicht zuständig ist, bleibt die gleiche Nervenzelle ganz ruhig.

Krähen können also in ihrem kleinen Gehirn sehr vieles verarbeiten und zeigen eine tolle Gedächtnisleistung. „Ein verwandter der Krähe, der Kiefernhäher in der freien Wildnis Amerikas, ist sogar ein ganz außerordentlicher Gedächtniskünstler“, erklärt Professor Nieder. „An bis zu zehntausend Verstecken vergräbt er die Kiefernsamen in einem Jahr, um gut über den Winter zu kommen. Und er findet alle Verstecke wieder!“

Die Kinder-Uni an der Federseeschule ist ein in Baden-Württemberg einzigartiges Modellprojekt der Universität Tübingen und der Federsee-Gemeinschaftsschule Bad Buchau.

 

 

 

 

 

 

 

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