Großes Wissen für kleine Leute

Professor Karl Forchhammer erzählt von kleinsten Lebewesen, die unsere Umwelt verändern

Foto: Kinder betrachten die blaugrünen Cyanobakterien (Blaualgen), die zum speziellen Forschungsgebiet Professor Forchhammers gehören.
Foto: Kinder betrachten die blaugrünen Cyanobakterien (Blaualgen), die zum speziellen Forschungsgebiet Professor Forchhammers gehören.

Bad Buchau. Die Welt ist voller Fragen: Warum wird die Milch sauer? Warum verrottet Holz und warum rostet Eisen? Ausgestattet mit Studenten-Ausweis, Vorlesungsbuch und Notizblock füllte nach und nach eine große Schar wissbegieriger Kinder den „Hörsaal“ der Kinder-Uni am Federsee. "Heute beginnt für euch das Wintersemester“, begrüßte Rektorin Elisabeth Sontheimer-Leonhardt etwa 70 Kinder-Studenten im Alter von 8 bis 12 Jahren und stellte Professor Karl Forchhammer vor, der sich an der Universität Tübingen als Mikrobiologe mit kleinsten Lebewesen befasst.

 

Bakterien sind das Spezialgebiet von Professor Forchhammer, der mittels Bildern und einem lebhaften Vortrag seine klitzekleinen Forschungsobjekte vorstellte. Sehen kann der Professor diese nur durch ein Mikroskop. 1000 Exemplare passen nebeneinander auf einen Millimeter, verblüffte er seine Zuhörerschaft. Was der Mensch mit bloßem Auge sehen kann, sind allerdings große Ansammlungen von Bakterien, weiß der Mikrobiologe und blendete ein Bild von einem großen Haufen Kot ein. Mit einer Petrischale zeigte er, dass man die Bakterien auch kultivieren kann.

 

Viele Stoffe in unserer Umwelt verändern sich wie durch Zauberhand, erklärte er. Die Zauberer sind diese kleinsten Lebewesen, die überall vorhanden sind und uns immer umgeben. Dabei gibt es viele verschiedene teils wunderschöne Formen: Kugeln, Stäbchen, Sterne oder Bäumchen, manche davon auch „mit Geißeln und Propeller, um sich fortzubewegen“.

 

Die Lieblingsbeschäftigung der Bakterien ist allerdings, so Forchheimer: „Fressen, fressen, fressen! Bakterien fressen, um sich dann zu vermehren.“ Wenn sie eine bestimmte Größe erreicht haben, teilen sie sich in zwei Hälften, „wie man eine Wurst mit einer Schnur in zwei Hälften teilen kann“. Diese Mutterzellen teilen sich dann später nochmals und nochmals in vier, acht, sechzehn..…vierundsechzig neue Zellen, führt er den Kinder  ein Rechenbeispiel für exponentielles Wachstum vor. So sind die Bakterien im Prinzip unsterblich, außer „man erhitzt sie“. „Dann sind sie tot“. „So kann man Milch haltbar machen. Bleiben die Bakterien in der Milch, so wird diese rasch sauer. Denn die „kleinen Gesellen“ fressen den Michzucker und scheiden stattdessen Milchsäure aus. Es gibt gute Bakterien, die z.B. Stoffe ausscheiden, die Joghurt schmackhaft machen. Es gibt aber auch gefährliche, die Speisen wie z.B. einen „tollen Kartoffelsalat“ verderben können.

 

Bakterien können vieles fressen: Nahrungsmittel, Abfall, Steine, Gase, Giftstoffe und „auch Benzin“, „aber nicht Plastik“ - wie die kleinen Studenten beipflichteten – und dabei verändern sie ihre Umwelt. Der anschauliche Vortrag motiviert die Zuhörerschaft zu immer mehr Fragen: „Haben die Bakterien neben der Mutter auch einen Vater?“ „Haben Bakterien Augen?“ Forchhammer lobte die klugen Überlegungen: Seine Antworten: „Nein, hier braucht man nur eine Mutter.“ Und: „Augen haben sie keine, aber es gibt Bakterien, die vieles, auch Hell und Dunkel, wahrnehmen können.“

 

 

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