Sommertheater greift düstere Buchauer Geschichte auf

Premiere der "Hexenkinder" beim Sommertheater der Federseeschule Gemeinschaftsschule Bad Buchau

Bad Buchau. „Hexenkinder“ - der Name lässt schon vermuten, worum es im vierten Sommertheater der Federseeschule Bad Buchau geht. Der Theater-Club der Lerngruppen 5 und 7 stand nun gemeinsam auf der Bühne des Bischof-Sproll-Hauses. Nach einer kurzen Begrüßung durch Schulleiterin Elisabeth Sontheimer-Leonhardt konnte es losgehen. Das Theaterstück mit regionalem Bezug zum freiweltlichen Damenstift Buchau spielt in der Mitte des 17. Jahrhunderts und handelt vom Geschwisterpaar Maria und Isau Lehner aus Dürnau, die als Kinder der Hexerei angeklagt und zum Tode verurteilt wurden.

 

Das Geschwisterpaar hatte eine italienische Mutter, die früh verstorben ist. Der Tod seiner Frau stürzt Vater Lehner (Emely Schumacher) in tiefe Traurigkeit und auch in große finanzielle Schwierigkeiten. Er muss Land verkaufen, aber trotzdem kann er seine Tochter Maria (Zoé Stadenmaier) und deren vier Jahre jüngeren Bruder Isau (Maximilian Hopp) nicht versorgen. Maria muss auf einem Bauernhof arbeiten, doch Bauer Christa (Emely Agiato) ist nicht zufrieden mit ihr. Laut ihm werden die Kühe krank, sobald Maria in der Nähe ist. Für die Buchauer ist der Fall klar: Das ist Schadenszauber, Hexerei!

 

Die Kinder dürfen nicht länger auf dem Bauernhof bleiben und kommen bei den Bäckersleuten unter. Doch auch hier werden sie der Hexerei beschuldigt: Das Brot soll nicht mehr schmecken, wenn sie es angefasst haben. Deshalb müssen sie auch hier wieder gehen. Die Äbtissin Franziska von Montfort (Ina Kirschner) will die Kinder wegsperren - aber keinesfalls im Kloster. Schließlich versucht sie gerade, neue Stiftsdamen anzuwerben. Nachdem aber niemand die Kinder aufnehmen will, bleibt ihr nichts anderes übrig. Eine der Stiftsdamen, Ursula Colonna von Völs (Leonie Finke), schließt die Kinder ins Herz und ist von deren Unschuld überzeugt. Auch Pater Hackenberger (Martin Strohm) will Maria und Isau beschützen. Doch Inquisitor zu Prosswald (Joschka Kirschner) befragt und folterte die Kinder solange, bis sie schließlich die ihnen vorgeworfene Hexerei zugeben. Da Isau noch zu jung für die Vollstreckung eines Todesurteils ist, werden die beiden erst vier Jahre lang im Kloster Bucha u „aufbewahrt“. Nach dieser Zeit werden sie dann hingerichtet.

 

Mit der düsteren Handlung konnten die Schauspieler des Theater-Clubs gut einen Bogen von früher zu heute spannen. Verleumdungen und Cybermobbing in sozialen Netzwerken haben heutzutage ähnliche fatale Folgen für die Betroffenen wie früher die Beschuldigung der Hexerei. In beiden Fällen kommt es zum Ausschluss aus der Gemeinschaft, wenn auch nicht mehr zu Todesurteilen.

 

Ein schwieriges Thema

 

Die Grundidee des Stücks liegt im Buch „Die Vogelmacherin“ der Schweizer Erfolgsautorin Evelin Hasler. Lehrerin Miriam Fetscher, die die Gesamtleitung des einstündigen Sommertheaters trug, schrieb die Dialoge und ermöglichte darüber hinaus auch, dass die 30 Schüler auf möglichst viel Hintergrundwissen zum Thema Hexenverfolgung zurückgreifen konnten. So konnten sich die Schauspieler gut in ihre teilweise schwierigen Rollen der düsteren Buchauer Geschichte hineinversetzen. Sie waren schließlich nicht ganz einfach zu spielen, ging es doch um das Thema „Kinder und gewaltsamer Tod“. Geprobt wurde schon seit Schuljahresanfang, was man deutlich an der überaus gelungenen Theateraufführung sehen konnte. Viel Szenenapplaus gab es für die sehr engagiert gespielten Hauptrollen der Lerngruppe 7, aber auch für die der jüngeren Mitwirkenden aus der Lerngruppe 5.

 

Der Profilbereich Theaterspielen der Federsee Gemeinschaftsschule trägt mit dem Theater-Club in besonderem Maße zur Persönlichkeitsentwicklung bei und so wird es sicherlich im kommenden Jahr wieder ein Sommertheater mit geschichtlichem Bezug zur Region geben.

Text:Laura Grimm, Schwäbische Zeitung Riedlingen, 09.07.2019

Foto:Schule

 

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