Den Ruf der Moorochsen kennen alle

Moorochsenfasnet als Unterrichtsfach

macht den Federseeschülern Spaß

Bad Buchau.Zusammen mit der Narrenzunft Moorochs hat die Schulleitung der Federsee-Gemeinschaftsschule das Thema Moorochsenfasnet auf den Stundenplan der beiden dritten Klassen und der dritten Klasse der Förderschule gesetzt. In der närrischen Unterrichtsstunde konnten die Schüler ihr Wissen rund um die Narrenzunft Moorochs vertiefen und auch zeigen, was sie schon wussten.

 

Der Schulbesuch war zumindest für die Schüler der beiden dritten Klassen und auch der dritten Klasse der Förderschule eine tolle Sache. Rektorin Elisabeth Sontheimer-Leonhardt begrüßte die Abordnung der Narrenzunft Moorochs und hatte schon kurz zuvor die rund 50 Schüler auf die närrische Unterrichtsstunde eingestimmt. Vor den Schülern verteilten die Moorochsendamen zwei Körbe voller Häser, Masken und Utensilien der Maskenträger auf dem Boden. „Fast wie zuhause auch“, scherzt Karin Lahl, die im Auftrag der Narrenzunft Moorochs mit weiteren Mitgliedern dabei ist. Aber nur einmal im Jahr ist Fasnet und da sollte der Moorochsennachwuchs schon über die Narrenzunft und deren Maskengruppen Bescheid wissen.

Mit Karin Lahl war die Zunft mehr als gut vertreten. Zumindest den Moorochsenruf, gleich zu Beginn der Unterrichtsstunde, kannten schon mal alle Schüler. Lahl erklärte den aufmerksamen Schüler zunächst, wie die Fasnet entstanden ist und was sie mit Ostern zu tun hat: 40 Tage nach Aschermittwoch ist Ostern – und Ostern ist immer sonntags nach dem ersten Vollmond im Frühling.

Dass die Masken aus Holz sind, war allen Schülern klar; dass der Maskenschnitzer aber dazu Lindenholz verwendet, war weniger bekannt. Was an Kleidungsstücken zu einem richtigen Moorochs gehört, war ebenfalls keine schwierige Aufgabe. Ins Staunen gerietet die Schüler aber, als sie hörten, dass der Moorochs seinen Namen einem Vogel am Federseeverdanken soll. Aber einige wussten dann doch, dass damit die Rohrdommel gemeint ist. So wurde gleich spürbar, dass doch etliche der Schüler von Haus aus mit den Moorochsenmasken vertraut sind.

Zwischenfragen der Schüler zum Thema zeigten zudem das Interesse an der Narrenzunft und wurden von der „Fasnetslehrerin“ ausführlich beantwortet. Etwas gruselig fanden die Schüler die Entstehungsgeschichte der Galgenvögel, die auf den früheren Richtplatz im Galgental in Kappel hinweisen sollen. Und dass der Weller, auch eine der Masken der Zunft, der größte Süßwasserfisch im Federsee ist, war bei den Schülern auch schon bekannt. Vieler Worte bedurfte die Entstehung der Seerose nicht, da diese ja am Federsee zu sehen ist. Und die knorrige Riedmeckeler-Maske sorgte für einen bleibenden Eindruck.

Ein interessantes Frage- und Antwortspiel entwickelte sich, während die Schüler die Häser und Utensilien weitgehend ohne Probleme den Masken zuordneten und diese gleich den Maskenträgern übergaben. Vater Federsee, eine Einzelmaske der Zunft, war zum Schluss dann auch kein Problem mehr für die Schüler, da ja alle Kleidungsstücke schon verteilt waren und die übrigen nur noch Vater Federsee gehören konnten.

Den Unterricht fanden die Schüler sehr interessant, schon weil viele Fragen gestellt werden konnten und das Wissen um die Narrenzunft rechtzeitig zur Fasnet vertieft wurde. Und dass die Masken auch mal richtig aus der Nähe angeschaut werden konnten, war ein weiterer Pluspunkt bei den Schülern. (Text und Foto von Klaus Weiss, sz 18.02.2020)

 

 

 

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