Das Wetter – spannender als jeder Abenteuerroman

Wetterexperte Roland Roth begeistert Drittklässler der Federseeschule Bad Buchau

Da gingen die Finger fleißig nach oben: Die Drittklässler hatten ganz viele Fragen an Wetterexperte Roland Roth. (Bild: Brigitte Braun)
Da gingen die Finger fleißig nach oben: Die Drittklässler hatten ganz viele Fragen an Wetterexperte Roland Roth. (Bild: Brigitte Braun)


Eigentlich meint man, das Allerweltsthema „Wetter“ sei hauptsächlich Gesprächsstoff für Small-Talk-Runden, bei dem eben jeder mitschwätzen kann. Es sei denn, Roland Roth erklärt, warum er „verrückt nach Wetter“ ist. So wie nun vor den Klassen 3a und 3b der Bad Buchauer Federseeschule, die der Leiter der Wetterwarte Süd in Bad Schussenried besucht hat.


Sein Beruf, so sagt Roland Roth den Schülern, sei Lehrer, seine Berufung aber das Wetter. Und das spürten auch alle Kinder, die von der ersten Minute an förmlich an seinen Lippen kleben.


Fasziniert von Wolken und Wind

„Als ich in die erste Klasse eingeschult wurde, habe ich mich riesig gefreut“ erklärt Roth. Allerdings nicht, weil er damals die Lehrerin so toll fand, sondern vor allem, weil er sich sehnlichst Antworten auf seine Fragen zum Wetter erhofft hatte. Schon von Klein auf sei er fasziniert vom Wechsel von Regen und Sonnenschein, von Wolken und vor allem von Gewittern gewesen. Noch heute sei sein absoluter Lieblingsplatz bei Gewittern das Gewächshaus in seinem Garten, von wo aus er am besten das Wettergeschehen am Himmel und in der Luft beobachten könne. „Was gibt es Spannenderes, Interessanteres und Aufregenderes als das Wetter überhaupt“, erklärt er. So viel Begeisterung im Vortrag wirkt ansteckend.


Schon bei den ersten Fragen zeigte sich, wie gut die Kinder von ihren Lehrerinnen Dominik Ramsperger und Andrea Zeller vorbereitet waren. Souverän wurde von Federwolken, Haufen- oder Schichtwolken gesprochen, sogar die lateinischen Ausdrücke dafür hatten die Kinder parat. Zahlreiche Hände wurden nach oben gestreckt, und das nicht nur, wenn Roth Fragen stellte. Sehr konzentriert und aufmerksam beteiligten sich die Kinder während der gesamten Unterrichtsstunde und hörten bei allen Themen wie Blitz und Donner, Morgen- und Abendrot oder dem Regenbogen gebannt zu.

Ganz besonders groß aber waren Aufmerksamkeit und Interesse, als der Wetterexperte erklärte, wie Hagelkörner entstehen, wodurch sich Hurrikans, Tornados und Orkane unterscheiden und weshalb es überhaupt zu solchen Unwettern komme. Besonders intensiv wurden die Gefahren bei Gewitter behandelt: Warum man unbedingt das Wasser meiden müsse, warum man sich auch nicht auf das Sprichwort „Eichen musst du weichen, Buchen musst du suchen“ verlassen dürfe und warum man in einem faradayschen Käfig sicher sei. Wichtig sei auch das Ausschalten von Fernsehgeräten und Computern und mit einem kleinen, aber nicht übersehbaren Augenzwinkern warnte Roth: „Ganz gefährlich ist auch das Handy, am besten nicht einschalten bei Gewitter, Sonne oder Regen … und eigentlich nur bei Nebel!“


„Geht lieber raus!“ lautete sein Appell an die Kinder „es gibt überhaupt nichts Schöneres als die Natur, besser als jedes Fernsehprogramm!“ Es sei unser aller Lebensraum, der unser Leben erst möglich macht und den wir schätzen und schützen müssen. Angesichts der globalen Erwärmung und unserer Gleichgültigkeit der Natur gegenüber appellierte er ganz besonders dafür, das Auto auch mal stehen zu lassen. Für ihn ganz unverständlich sei, dass selbst bei schönem Wetter die Kinder von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gefahren würden. So wie man heutzutage – oftmals sorglos und bequem – mit der Umwelt umgehe, sei immerhin die Welt, in der die Kinder morgen leben müssen.


Autogrammstunde zum Abschluss

Schier endlos erschienen die engagierten Fragen, die an Roth gestellt wurden, selbst als das Klingeln schon längst das Ende der Unterrichtsstunde angekündigt hatte. Und wie ein Pop- oder Fußballstar wurde er noch von vielen Schülern gebeten, sein Autogramm auf Zettel, in Hefte und sogar auf Arme zu schreiben. Dies unterstreicht auch Roths Aussage: „Macht das im Leben, wofür ihr euch begeistern könnt, denn dann seid ihr gut!“

 Quelle: Schwäbische Zeitung, 27.02.2015, Brigitte Braun 


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