Physikvorlesung an der Kinder-Uni: Der Funke sprang über

Blitz und Donnergrollen im Foyer der Federseeschule während Physikprofessor David Wharam fragte: "Warum gibt es Blitz und Donner?"

Bad Buchau. Nicht nur weil in den dritten Klassen gerade das Unterrichtsthema Wetter im Fokus steht, hatten sich wieder viele Kinder der Klassen 3 bis 6 der Gemeinschaftsschule am Federsee eingefunden. „Wir wollen im Unterricht auf die Vorlesung aufbauen“, erklären die Lehrerinnen Stefanie Sontheimer und Corinna Kolesch und bestaunen zusammen mit den erwartungsfrohen Kindern die geheimnisvoll aussehenden Gerätschaften, die in der Schulaula aufgebaut waren. Schließlich startete die Vorlesung.

 

Mit einem herzlichen Willkommensgruß und lautem Klopfen begrüßten Rektorin Elisabeth Sontheimer-Leonhardt und die ca. 70 kleinen Studenten Professor David Wharam von der Universität Tübingen, der sich selbst als gebürtiger Engländer vorstellte. Dann grollte auch schon tosender Donner durch die Aula und der Physikprofessor projizierte imposante Bilder von einschlagenden Blitzen an die Leinwand.

 

David Wharam nahm die Kinder mit in die Geschichte der Physik und machte sie mit Erfindern wie Otto von Guericke, Benjamin Franklin, Georg Wilhelm Richman und der „elektrisierten Dame“ bekannt. Mit einem Stab und Katzenfell ließ er die Haare von Jungen und Mädchen zu Berge stehen und erklärte dabei, wie er per Reibung die Ladungen trennt. „Das ist der strukturelle Aufbau einer Gewitterwolke mit positiven und negativen Ladungen“, zeigte Wharam an der Leinwand und begann mit einer Reihe anschaulicher und spannender Experimente, an denen er den interessierten kleinen Studenten erklärte, wie ein Gewitter zustande kommt.

 

"Je größer der Abstand der beiden Kugeln, umso größer ist die Spannung und um so heller der Blitz“, fasste Wharam die Versuche an der Influenzmaschine zusammen. „Gefährlich ist hierbei nicht die Spannung, sondern die Ladungsmenge.“ Das demonstriert er mit der „Leidener Flasche“. Er ließ einen Jungen den Stab der aufgeladenen Flasche anfassen. Dieser streckte ganz tapfer den Finger aus und verspürte ein leichtes Kribbeln. „Die meiste Ladung nämlich bleibt in der Flasche“, verriet Wharam. Begeistert stellten sich die Kinder als Assistenten und Versuchspersonen bei den verschiedenen Experimenten zur Verfügung.

 

"Was ist ein Blitz?" Wharam erklärte, dass die Luft durch den Blitz 30 000 Grad heiß wird. Sobald der Blitz verschwindet, kühlt sich die Luft schlagartig ab, dabei entsteht der Donner. Die Entfernung des Gewitters lässt sich dann durch die Geschwindigkeit des Schalls errechnen. Während das Licht es innerhalb einer Sekunde achtmal um die Erde schafft, schafft der Schall einen drittel Kilometer pro Sekunde. „Wir sehen einen Blitz und zählen dann die Sekunden bis es donnert,“ so Wharam. Die Kinder zählten auf sechs und teilten durch drei. „Aha, das Gewitter ist zwei Kilometer entfernt“, stellte Robin fest.

 

Dann widmete sich der Physikprofessor der Frage, wie sich Menschen bei Gewitter schützen können. „In die Hocke und Füße fest zusammen,“ weiß ein kleiner Student. Der Satz "Eichen sollst du weichen, Buchen musst du suchen" sei falsch, erklärt der Physiker aus Tübingen, der Blitz schlage in alle Bäume ein, daher sei es wichtig, weit weg von den Bäumen zu bleiben. „Welche Menschen sind denn am gefährdetsten?“, wollte Wharam dann noch wissen und verwies selbst gleich auf die Golfspieler: „Diese stellen sich zwar in den sicheren Hütten unter, begehen aber einen gravierenden Fehler; sie nehmen ihren Golfschläger mit. Dadurch haben sie ihren eigenen Blitzableiter dabei“, erzählte Wharam.

 

Zum Schluss folgte die stets beliebt Fragerunde: „Gibt es Menschen, die vom Blitz getroffen wurden und überlebten?“, „Wie dick sind die typischen Blitze?“, „Wer hat die Batterie erfunden?“, „Wie funktioniert ein Diesel-Generator?“ und vieles mehr wollten die teils gut vorbereiteten Kinder wissen. Wharam ging mit viel Einfühlungsvermögen und lobendem Zuspruch auf all die Fragen ein. Mit einem „echt coolen englischen Akzent“, wie anschließend ein kleiner Student begeistert über die Vorlesung berichtete. Der Funke war im doppelten Sinne übergesprungen!

 

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